07 Mai 2006

Hotpot

Freitag war ich in einem Salsakurs-Lokal. Der Lehrer dort, David Huo, hat letztes Jahr am Salsa World Cup China vertreten. Die Aufnahmen davon liefen dort im Fernseher, unterbrochen. Aber er tanzt wirklich sehr beeindruckend. Danach gings weiter in’s Suzie Wong, eine bekannte Bar oder eher Club hier in Beijing. Vielleicht lag’s daran, dass ich noch ziemlich müde von der Biketour war, aber die sehen-und-gesehen-werden und Möchtegerne-VIP-Szene brachte mich überhaupt nicht in Stimmung zum Feiern. Bin recht früh wieder abgerauscht.

Samstag hab ich nicht viel gemacht. Geschlafen und gelernt. Abends war ich mit Xiu Min Koreanisch essen. Wundere mich jedes Mal, wie viel diese zierlichen Koreaner jeweils verputzen. Xiu Min hat gleich eine Doppelportion BBQ-Fleisch mit Gemüse verschlungen Die müssen irgendwie ein anderes Verdauungssystem haben. Ich war nach einem Teller undefinierbarem Seafood (gemäss Xiu Min irgendein Tier aus dem Meer mit dreieckigem Kopf und mehreren Armen, aber kein Tintenfisch… ?) pappsatt.

Ja, ich weiss, ich schreibe verhältnismässig viel über das Essen hier in China. Aber, das Thema nimmt hier nun mal eine ganz andere Stellung ein. Es ist nicht nur Nahrungsaufnahme sondern auch ein Erlebnis. Hier gibt es soo viele verschiedene Dinge in den verschiedensten Variationen zu probieren und das alles für umgerechnet wenige Franken. Koreanisch, Vietnamesisch, Mongolisch, Indisch, Chinesisch, Thailändisch, Russisch, Japanisch, in der Schweiz kostet das ein Vermögen. Daher die Faszination.

Apropos. Am Sonntag hat mich Frank zum Essen eingeladen. Da ich am Nachmittag mit Xiu Min im Wudaokou Market Schuhe kaufen war (ich brauchte dringend neue Sneakers, im Schlamm der Biketour hatten sich meine in ihre Einzelteile aufgelöst), hab ich sie gleich mitgenommen. Wir waren in einem ausgezeichneten Hotpot-Restaurant. Hotpot wird oft verglichen mit Fondue Chinoise. Ist aber etwas anderes. In einer würzigen Suppe (unsere war mit Tomaten) lässt man verschiedene Zutaten kochen und fischt die dann jeweils aus dem Topf raus. Wir hatten einen riesen Fisch und als Beilagen (wurde dann auch zur Suppe dazugegeben) irgendeinen Pilz, Fleisch und verschiedene Gemüse. Hat super geschmeckt.

Ich habe dann noch eine chinesische DVD gekauft namens „Der Mythos“ (man kann die auch auf Englisch schauen), die anscheinend sehr gut sein soll. Ausserdem konnte ich dem Film „Der letzte Kaiser“ nicht widerstehen. Der wurde nämlich in der Verbotenen Stadt gedreht. Er erhielt als erste westliche Produktion eine Drehgenehmigung, mittlerweilen sind keine Filmaufnahmen mehr erlaubt.