22 April 2006

Great Wall

Habe mich kurzfristig dazu entschieden, mich dem von der Tsinghua organisierten Great Wall-Trip anzuschliessen. Kostete nur 30 Yuan, also knapp 6 CHF für Hin- und Rückfahrt inkl. Mittagessen. Samstagmorgen 08.00 Uhr gings dann los. Es waren schätzungsweise 80 Leute, alles Sprachschüler. Wir wurden mit den Tsinghua-eigenen Bussen abgeholt und zum 1.5 h entfernten Badaling gebracht. Badaling ist der touristischste Ort für einen Besuch der grossen Mauer, das hatte ich bereits gelesen. Aber wow, mit so vielen Leuten hatte ich nicht gerechnet. Auf einem kleinen Platz haben uns die Gruppenleiter entlassen und uns mitgeteilt, wir sollen in 2h wieder beim Bus sein. Ich bin dann mit ein paar Freunden auf die Mauer rauf und wir sind darauf losgelaufen. Und mit uns halb China. Es hatte sooo viele Leute. Stellenweise mussten wir – eingequetscht im Gedränge – sogar auf ein Weiterkommen warten. Ausserdem geht’s auf der Changcheng (chin. Name) ab und zu ganz schön steil bergauf. Richtig anstrengend. Eindrücklich war das alles aber auf jeden Fall. Sehr gut hat mir auch die gebirgige Umgebung gefallen. Das verleiht allem so einen mystischen Eindruck.

Ich war aber auch wieder froh, als wir wieder von der Mauer runter kamen. Badaling ist nix für Klaustrophobiker (und der grösste Teil Chinas wohl auch nicht). Fotos hier.

Der Bau der Grossen Mauer gebann übrigens vor über 2500 Jahren, als streitende Reiche ihre Territorien abgrenzten. Allerdings erfüllte sie ihren ursprünglichen Zweck nicht. Das Reich der Mitte war zeitweise so strak, dass es sich weit über die Mauer hinaus dehnte – diese verlor damit ihren Sinn. Auch hielt sie die Mandschus nicht davon ab, die Ming zu stürzen und die Qing-Dynastie zu gründen. Man kann die Mauer übrigens - entgegen Gerüchten - nicht vom Mond aus sehen.

Ein gewisser Herr mit den Initialen M.Z. hat mal behauptet: „He who doesn't reach the Great Wall is not a true man". Das ist Tourismus-Marketing.