02 Mai 2006

Drecking-Tour

Heute sind wir vor acht Uhr aufgestanden. Es gab auch hier chinesisches Frühstück. Habe heute Sojamilch probiert. Schmeckt gar nicht schlecht. Ausserdem essen die hier auch gebackenen Kürbis, der ist sehr lecker. Draussen hat es geregnet. Wir haben uns also alle einen Regenponcho gekauft sind sind zum Fahrradverleih gelaufen. Hier hat es auf einmal nicht mehr geregnet. Wir haben die Mountainbikes ausgeliehen und sind losgedüst. Die ersten 10 Minuten waren höllisch. Unsere Hintern schmerzten noch von gestern. Erst fuhren wir im schrecklich nervigen Stadtverkehr („Wer kann lauter hupen?“ scheint mir das Motto hier), dann auf verlassenen Wegen auf dem Land. Eine sehr holprige und schlammige Angelegenheit. Innert kürzester Zeit waren wir alle voll Dreck. Die gesamte Gegend besteht aus hohen grün bewachsenen Hügeln und Felsen, durchzogen von einem ruhigen Fluss, inmitten malerischer Dörfer und Reisfelder. Man fühlt sich wie in eine andere Welt versetzt. Um uns herum keine Touristen, nur Reisbauern, Wasserbüffel, Frauen, die im Fluss ihre Wäsche waschen, Hühner, Dorfbewohner. Traumhaft. Eine ganz andere Seite Chinas und ein krasser Gegensatz zur Metropole Beijing.

In einem kleinen Dörfchen haben wir eine Bambusboot-Fahrt unternommen. Sehr entspannend und angenehm. Danach gings wieder weiter mit den Fahrrädern. In einem andern Dörfchen assen wir zu Mittag. Allerdings mussten wir uns zuerst draussen waschen. Anweisung des Restaurants. Die Einwohner stellten uns ein paar Wassereimer hin und schauten uns Schlammtouristen mit verwunderten Blicken an. Beim Essen schaute ich mir die PET-Wasserflasche etwas genauer an. Da war ein Chinese abgebildet, der mir sehr bekannt vorkam. Frank bestätigte, dass es Wang Lee Hom war, der Sänger, dessen Lieder mir gut gefallen.

Ich versuchte zum ersten Mal Schnecken. So grosse schwarze, die man mit einem Zahnstocher herauspickt. Fand ich nicht so toll, eine davon hat mir gereicht.

Moonhill hiess die nächste Station. Das waren nochmals etwa 1.5 h Biking. Hier wimmelte es nur so von Touristen. Allerdings nur Asiatische. Beim Moonhill gab’s eine Schlammgrotte, wo man ein Schlammbad nehmen konnte. Davon hatten wir während unserer Bikingtour aber schon genug abbekommen. Ausserdem waren wir ziemlich müde. Nach einer kurzen Pause sind wir zurück nach Yangshuo gefahren. Auf einem kürzeren Weg von 1.5 Stunden.

Abends waren wir Jiaozi essen. Kurzfristig kam unser Tourguide dann mit der Idee auf, an ein Theater am See anzuschauen. Auf dem Weg dahin sind war aber im Stau stecken geblieben und es war so spät, dass wir das dann abgeblasen haben. Also gings halt in eine Bar. Hier gabs Livemusik und Frank veranlasste den Sänger sogar dazu, ein Lied von Wang Lee Hom zu singen.