Elephant Trunk Hill
Morgens habe ich mich heute Sergio und Oliver angeschlossen, die sich ein Western-Breakfast gegönnt haben. Also auch einmal Orangensaft, Brot und Müsli. Schliesslich brauchte ich eine richtige Stärkung. Zurück im Hotel gab’s jede Menge Ärger, da Christy und auch Sergio die hoteleignen Handtücher zum Säubern ihrer Schuhe benutzt hatten. Die Tücher waren voll Schlamm. Das Hotel wollte allen Ernstes 60 Yuan pro Handtuch, da sie den Schmutz angeblich nicht mehr herausbekommen würden. Ein riesen Hin und Her. Wir einigten uns darauf, dass sie die Tücher erst mal waschen sollten und danach weiter schauen würden. Mit den Mountainbikes gings dann durch kleine Dörfer durch die verlassene Landschaft. Wir machten Bekanntschaft mit ein paar chinesischen Kindern, die sehr viel Spass mit uns „Langnasen“ hatten. Dann fuhren wir zum Hotel zurück. Diskussionen wegen der Tücher. So was wie Bleichen kannten die offenbar nicht, oder wollten es nicht kenne. Wie auch immer, schlussendlich wurden die Tücher von den „Übeltätern“ dann wutschnaubend bezahlt und wir sind mit dem Bus zurück nach Guilin.
Der Elephant-Trunk-Hill (sorry, schon wieder Englisch, aber „Elefantenrüssel-Berg“ tönt bescheuert) war nicht weit vom Hotel entfernt und so sind wir zu Fuss dorthin. Hier wimmelte es wieder von asiatischen Touristen. Ein Foto ohne Unmengen nicht-gewollter Statisten mit drauf erforderte ganz schön Geduld. Bei der Aussicht ist einem das aber auch egal.
Auf dem Weg zurück sind wir an einem dieser Open-air-Fitnessplätzen vorbeigekommen. Hier gibt es ein paar einfache Fitnessgeräte wo die Chinesen mit todernsten Gesichtern „trainieren“, auch wenn sie die kuriosesten Übungen und Verrenkungen machen. Darüber muss ich jedes Mal lachen. Wir haben die Geräte auch ausprobiert und sehr viel Spass gehabt. Christy hat Fotos davon gemacht und gesagt, sie werde die Bilder ihren Schülern zeigen und ihnen damit erklären, wieso die Chinesen so schlank sind.
Abends waren wir in einem extrem heruntergekommenen Restaurant, welches Stephanie ausgesucht hatte. Es war zwar voller Leute (hier in China ein wichtiger Indikator) aber überall war es dreckig. Wir haben trotzdem gegessen und sind dann aber weiter zu einer Art Flanierstrasse. In einem der unzähligen Cafes wollten wir alle zusammen noch was trinken. Kaum standen wir drinnen, legte auf einmal jemand seinen Arm um meine Schultern. Ich drehte mich verwundert um und sah… Ross! Einen Mitschüler aus meiner Klasse an der Tsinghua Uni. Ein riesen Zufall! Wir lachten beide los und wir tauschten sofort unsere Guilin und Yangshuo – Erfahrungen aus. Zurück am Tisch bei den andern erzählt mir Frank dann, dass man in China 4 Ereignisse als zum Feiern wertvoll erachtet: Frühlingsfest, Hochzeit, Gute Noten und das unerwartete Treffen eines Freundes.

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