01 Mai 2006

1. Mai, Tag der (Bein-)Arbeit

Habe geschlafen wie ein Stein. Christy meinte zwar, das Bett sei sehr hart. Mir allerdings kam es, im Vergleich zu dem in der Uni, vor wie ein Wasserbett. 08:30 gings los mit chinesischem Frühstück: Nudelsuppe mit Fleisch, Reissuppe, Mantou (eine Art Brötchen, aber ohne Geschmack), Tee und Trinkyoghurt. Mein erstes chinesisches Frühstück. Nicht der grosse Knall, aber ganz in Ordnung. Frisch gestärkt sind war mit einem Bus zum Crowncave gefahren. Der Name kommt von der Form, die einer Krone chinesischer Kaiser ähnlich sieht. In dieser riesigen Tropfsteinhöhle (12 km) konnten wir mit einem Boot durch kleine Gänge fahren und danach zu Fuss das Gestein bewundern. Total unpassend war ein gläserner Lift, welchen die dort eingebaut hatten. Topmodern und völlig fehl am Platz diente der einfach dazu, aus erhöhter Sicht (ca. 30 m) einen Ausblick über eine der Grotten zu haben. Kam mir vor wie in einem Science Fiction Abenteuer à la Star Wars.

Nach dem Crown Cave sind wir mit einem kleinen Boot den Fluss Li heruntergefahren. Guilin bezeichnet man in China auch als Landschaft Nr. 1 auf der Welt. Ich weiss jetzt wieso. Es ist unbeschreiblich schön hier, traumhaft, atemberaubend. Zwar war es recht neblig und die Sicht daher etwas beschränkt, aber das gab der Hügellandschaft um uns einen noch verträumteren Eindruck. Viele chinesische Dichter holen sich hier ihre Inspirationen. Jedoch glaube ich, dass kein Wort die Schönheit und die Atmosphäre Gulilin’s beschreiben kann. Fotos
Das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Einer der Dichter beschreibt Guilin folgendermassen: „Die Landschaft ist so wunderschön, dass man glaubt im Land der Unsterblichkeit zu sein“. Tatsächlich fühlt man sich hier in ein Märchen versetzt…

Nach der Bootsfahrt sind wir noch ein paar Stunden am Flussufer entlang gelaufen. Über Stock und Stein, im wahrsten Sinne des Wortes. An einer Stelle mündet ein kleiner Fluss in den Li und es gibt keine Brücke um weiterzukommen. Allerdings haben ein paar Kids dort ein selbstgebautes Bambusfloss. Für die Benutzung zur Überquerung wollten sie aber je 1 Yuan. Wegzoll von 8 Jährigen, woher sie das wohl haben? Schon aus Prinzip hatten wir keine Lust zu zahlen und haben daher versucht querfeldein im Wald einen andern Übergang zu finden. Nach etwa 10 Minuten, einigen Mückenstichen, mehreren Kratzern von Sträuchern und noch dreckigeren Schuhen später, mussten wir doch nachgeben. Wir haben zähneknirschend bezahlt. Zu Mittag haben wir in einem kleinen Dörfchen gegessen. Die hygienischen Zustände dort hätten wohl den meisten den Appetit genommen, aber ich habe mich schon lange daran gewöhnt. So lange das Essen gekocht ist kein Problem.

Am Abends gings’ mit dem Bus nach Yangshuo, ein Touristenmekka. Aber von der angenehmen Sorte. Es ist nämlich eine Art Dorf mit kleinen Strassen und Lädchen. Ein krasser Gegensatz zu Beijing wo alles so weit auseinander liegt und zu Fuss nicht zu bewältigen ist. Hier haben wir auch die lokale Spezialität Bierfisch gegessen. Abgesehen von den unzähligen Gräten sehr lecker. Zum Abschluss waren wir noch in einer Bar was trinken und danach zurück ins Hotel. Ich war hundemüde. Umso mehr habe ich die Hoteldusche genossen. Endlich ein „normaler“ Wasserstrahl, nicht dieses „Geplätscher“ und auch richtig heisses Wasser!

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Gruss von deinem D. :)

11:03 PM  
Anonymous Anonym said...

Interessant!

11:29 PM  

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