Raus aus Kambodscha
Heute habe ich meine Reisetasche geleert und ein paar Kleidungsstücke gespendet. Hier fehlt es wirklich an allem. Kambodscha ist sehr anstrengend, körperlich (das Herumgesteige in den Tempeln und die kaputten Strassen) aber vorallem psychisch. Killing Fields, S-21, Minenmuseum, überall Bettler, Minenopfer... Zum Glück habe ich nichts von der Kinderprostitution mitbekommen. Der Stadtplan von Phnom Penh und der Visitors Guide von Siem Reap haben beide auf der Rückseite ein Bild eines Mannes mit einem Kind und der Überschrift: "Sex with children is a crime" Dazu eine Nummer, unter der man Verdächtige melden kann. Mir ist aufgefallen, dass es sehr viele Kinder überall hat. Ich habe dann im Lonely Planet nachgelesen, dass 40% der Bevölkerung unter 15 Jahren ist. Ein sehr bedrückendes Land. Ich habe Unmengen Souvenirs gekauft und einiges Geld gespendet um wenigstens ein bisschen zu helfen. Zu meinem grossen Unverständnis haben praktisch alle Reisenden, mit welchen ich mich unterhalten habe gesagt, sie spenden aus Prinzip nichts und Sachen abkaufen wollen sie auch nicht. Bin mit einem Tuktuk (Motorrad mit Anhänger) zum Flughafen getuckert. Vorbei am Kinderspital wo wieder sehr viele Patienten bereits am Warten waren. Vorbei an den prunkvollen Hotels ausserhalb der Stadt. Das stimmt einen wirklich nachdenklich. Es gibt so viele Touristen, die einfach wegen der Tempel hierher kommen und gar nichts vom Land sehen oder wissen wollen. Das haben mir auch schon viele Kambodschaner erzählt. Ist auch einer meiner Gründe, wieso ich in so billigen Unterkünften wohne, die befinden sich nämlich immer mitten in den einheimischen Vierteln. Da sieht man wirklich, wie die Leute leben. Am Flughafen angekommen dann ein rechtes Chaos. Der war nämlich umgezogen und erst seit heute eröffnet. Niemand wusste wo sich was befindet und ich bin etwa eine halbe Stunde mit meiner Tasche vom einen Gebäude ins andere und wieder zurück geirrt. Weil mich jeder wo anders hingeschickt hat. So mühsam. Schlussendlich hab ich aber den AirAsia Schalter gefunden und mein Ticket gekauft. Dann wollte ich zum Geldautomaten, da ich noch die 25 (!) Dollar Abfluggebühr zahlen musste. Geldautomat? Gibts hier nicht. Auf dem ganzen (kleinen) Flughafen keinen einzigen. Zum Glück hatte ich aber noch chinesische Yuan dabei, die ich wechseln konnte. Ich habe dann die beiden Kanadierinnen wieder getroffen und habe ihnen erzählt, dass das der erste Tag des neuen Flughafens sei. War irgendwie lustig. Ich war die erste Kundin überhaupt, die das Internet dort benutzt hat (der Chef ist sogar vorbei gekommen und hat mich gefragt, ob es überhaupt funkioniert). Ausserdem hab ich eine Eis gekauft, so ein Sunday-mässiges. Da haben mir die Angestellten aber zuerst einfach Erdbeer anstatt Schokolade gegeben, weils das offenbar nicht mehr gab. Daran hab ich mich auch schon gewöhnt, wenns etwas nicht gibt, kriegt man einfach was anderes hingestellt. Ich wollte dann aber doch eine ganz andere Sorte. Das hätte ich aber lieber gelassen, weil die Maschine noch nagelneu gewesen sein muss, sodass das Eis nach einem Gemisch aus Plastik und Maschine geschmeckt hat. Alle waren ganz nervös und haben sich sehr angestrengt, wegen dieses Eröffnungstages. Beim AirAisa Check-In haben die dann sogar gesagt, wir können uns die Plätze aussuchen, da es nicht viele Leute auf dem Flug gibt. Wir haben dann auch ein Foto mit der Crew (das war ihr erster Arbeitstag überhaupt) gemacht. Die Nervosität war irgendwie ansteckend. Ohne Grund, alles ging super. Wir konnten in der ersten Reihe sitzen, sind früher als geplant abgeflogen und die Flugzeit war auch noch kürzer als sie normalerweise ist. In Kuala Lumpur hiess es wieder die Uhr umstellen. Ich habe mich von den Girls verabscheidet und einen Flug anch Kota Bharu gebucht. Der ging allerdings erst abends und so hab ich mich halt in ein Cafe gesetzt. In Malaysia fällt mir auf,dass sehr viele Frauen mit Kopftüchern herumlaufen. Ausserdem sind viele Shops (es gibt hier Mc Donalds, im Gegensatz zu Vietnam und Kambodscha) sehr westlich orientiert. Viele Gegensätze. Habe eine nettes malaysisches Pärchen angesprochen. Die haben mir gesagt, dass sie gerade kürzlich in Santa Catalina Island (stand auf meinem T-Shirt drauf) waren. Sehr witzig, ich war nämlich gar nicht dort, hab das Shirt vom Manor in Zürich. Sie haben mir ein paar Tipps gegeben, vorallem nach Penang sollte ich nach den Perhentian Islands auch noch gehen.
Auf dem Flug nach Kota Baruh war ich die einzige Frau ohne Schleier. Bin mir etwas komisch vorgekommen. Als ich auf mein Gepäck am Warten war, hab ich die einzigen Westler, die dort waren angesprochen. Ob wir uns ein Taxi teilen könnten. Da sie auch am nächsten Tag zu den Inseln wollten und noch gar keine Idee hatten, wo übernachten, hab ich Ihnen von meinem aus dem Lonely Planet erzählt. Da sind sie dann auch gleich mitgekommen. War nämlich schon mitten in der Nacht und sie hatten keinen Bock noch gross zu suchen. Das Guesthouse stellte sich dann als recht heruntergekommen heraus. Mein Zimmer war 15 RM und eine richtige Bruchbude. Toilette (Plumpsklo) und Dusche - von der ekligen Sorte - draussen. Naja, wir haben den Transfer zu den Inseln sehr früh gebucht, um 5.45, somit würden wir eh nicht viel Zeit im Guesthouse verbringen. Der Besitzer war grumpy old man wie es im Buche steht. Sogar Toilettenpapier musste man extra kaufen. Na dann gut Nacht!
