Entering Cambodia
Wieder um 6 Uhr aufstehen, Fruehstuck und per Boot zu einer schwimmenden Fischfarm und dann in ein Dorf von einer Vietnamesischen Minderheit "Cham". Sie gehoren dem islamischen Glauben an. Die Cham sehen anders aus als die meisten andern Vietnamesen. Wie erwaehnt, Fotos folgen. Ich war ziemlich muede und froh, als ich dann auf ein Speedboot Richtung Kambodscha gestiegen bin. Jetzt war ich wieder alleine unterwegs. Die Vietnamesen, die ich sofort in mein Herz geschlossen hatte, fuhren zueruck nach Saigon (ja, hier nennen sogar die Vietnamesen aus dem Norden die Stadt so, auch die Reisefuehrer. Sogar mein Flug aus China habe ich mit der Destination "Saigon" gebucht. Nur Nguyen hatte von Ho Chi Minh City gesprochen. Der Italiener und die Englaenderinnen fuhren mit einem andern, langsameren Boot zur Grenze. Ich musste etliche Papiere ausfuellen und habe zum Glueck auch meinen Ausreiseschein (bei der Einreise erhalten) sorgfaeltig aufbewahrt gehabt. Nach etwa 2 h (schwer zu schaetzen) kamen wir zur Grenze, hier mussten wir das Boot verlassen und in einem kleinen Haeuschen warten, bis der Bootsfahrer die Formalitaeten zur Ausreise erledigt hatte. Dann wieder ins Boot und nach einer kurzen Fahrt wieder raus, p[ass in Empfang nehmen und am Schalter einen Stempel einholen. Wieder zueruck ins Boot und noch mal etwa 4 Stunden Fahrt. Hab versucht zu schlafen, mit Kopfhoerer und chinesischer Musik auf dem i-Pod. Hat nicht geklappt, dafuer wars einfach zu unbequem.
Endlich, am fruehen Nachmittag Ankunft in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Und gleich ein kleiner Schock. Hier standen unzaehlige Kamdoschaner, welche mir unbedingt eine Motorradfahrt aufquatschen wollten. Puh, ich alleine mit meiner grossen Tasche, sehr erschoepft und mit Kopfweh (wahrscheinlich wegen der Malariaprophylaxe), keine Ahnung vom Land und um mich min. 10 Leute, welche gleichzeitig auf mich einreden:"Miss, Motobike, 1 Dollar, I bring you to Hotel. Miss, Motobike, 1 Dollar, you come with me!", etc. etc. Nachdem ich mitsamt dem ganzen Gefolge zum Quai hochgelaufen war, wusste ich ueberhaupt nicht mehr, wohin ich schauen oder wem ich hier trauen sollte. Zum Glueck sprach mich dann eine englische Frau an, welche mir eine Unterkunft anbot, in der sie selbst seit 2 Wochen sei. Der dazuegehoerige Fahrer wuerde mich gratis dorthin bringen. 3 Dollar pro Nacht, direkt am See. Okay, da bin ich dann auch hin. Das Lakeside Guesthaus stellte sich dann zwar als bereits ausgebucht aus, aber dasjenige daneben hatte noch ein Zimmer. Sehr klein, die 2 Fenster waren ohne Glas nur mit Vorhaengen, Dusche war darin gebaut, Kaltes Wasser, Ventilator, Moskitonetz, keine Klimaanlage (das war nicht so schlimm, mag die sowieso nicht) und das ganze stand nach Pfahlbauart im See drin. Hab es dann aber genommen, 3 Dollar war okay. Hab mir dann noch dort ein leckeres Rind-mit-Tamarindsauce-Znacht gegoennt und bin etwas durch die Gegend geschlendert. Nicht grad vertrauenserweckend. Neben den 3 Gaestehaeusern war die Gegend naemlich von eher aermeren Kambodschanern bewohnt und die Strasse ist ein staubiger, voller grosser Steiner und Schlagloecher uebersaeter Weg. Auf den Daechern habe ich einzelne Affen gesehen.
Hab ohne Erfolg versucht, meine Fotos in einem der Internetcafes hochzuladen. Die Verbindungen waren einfach zu langsam. In dem Internetcafe hab ich übrigens auch eine Vermisstenanzeige der englischen Botschaft gesehen. Die suchen seit ein paar Tagen nach einem vermissten englischen Backpacker.
Je spaeter es wurde um so schlimmer wurde mein Kopfweh auch mein Husten wurde immer staerker, resp. der Schmerz im Hals, wenn ich hustete. Leider habe ich im Internet keinerlei nuetliche Infos zum Thema Malariaprophylaxe fuer meine Reiseziele oder dieses Doxycyclin gefunden. Haette das Mittel naemlich gerne abgesetzt. Hab meiner Mutter geschrieben, ob sie das irgendwie fuer mich in Erfahrung bringen kann bis zum naechsten Morgen, da muesste ich naemlich die naechste Tablette einnehmen.
Bin dann durch die dunkle Gasse (ja, es war mir wirklich mulmig) ueber die Steine Richtung Gasthaus gestolpert und habe dabei mehr oder weniger den Atem angehalten, als mich die Einwohner alle schraeg angeguckt haben.
In meiner Bleibe angekommen habe ich dann noch mit dem sympathischen jungen Fahrer vom Nachmittag eine fruehe Tour fuer den naechsten Tag vereinbart. Ich wollte am Nachmittag mit dem Flugzeug nach Siam Reap.
Die Nacht war nicht sehr angenehm, mein Kopf haemmerte wie wild und mein Hals fuehlte sich wie innen wund an. Meine Lymphknoten waren stark angeschwollen.
Ausserdem laermten die Jungs draussen und schauten einen Film.
Ich wollte einfach nur noch einschlafen...

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