Vom Winde verweht
In der Schweiz schneit es. Das ist die Nachricht, die ich im Moment von allen Bekannten lese. Hier in Beijing zwar nicht, zum Glück. Aber der Frühling hat sich’s auch hier wieder anders überlegt. Es ist kalt und es stürmt wie verrückt. Solche Stürme gibt es in der Schweiz nur äusserst selten. Ausserdem ist es wieder richtig eisig geworden. Seit Anfang April wurden die Heizungen abgeschaltet. In der Nacht ist es momentan um die 3 Grad „warm“. Gestern bestand mein Pyjama aus einem T-Shirt, einem Pullover, einer Strickjacke, Jogginghose und Socken. Gefroren habe ich trotzdem, obwohl ich mir die Decke bis über den Kopf gezogen hatte. In meinem Zimmer ist das Fenster nur schlecht isoliert. Vor allem bei starkem Wind zieht’s richtig. Xiu Min hat mir einen Scherenschnitt von einer Blume geschenkt, den habe ich über meinem Schreibtisch aufgehängt. Wenn es draussen richtig stürmt, „wackelt“ die Blume in meinem Zimmer jeweils hin und her. Obwohl das Fenster geschlossen ist.
Heute stürmt es dermassen, dass es beim Lernen richtig stört. Ich habe also ca. 1.5 m WC-Papier in mehreren Schichten ausgelegt und das dann im Fenster eingeklemmt. Ganz schön mühsam, aber immerhin hält es jetzt den Wind davon ab, als Ventilator in meinem Zimmer zu fungieren.
Ich bin jedenfalls froh, dass uns dieses Jahr der Sandsturm relativ verschont. Der kommt ab und zu im Frühling und fegt den Wüstensand durch die ganze Stadt. Es gibt da ein paar Bilder im Internet. Beeindruckend. Mir ist der Sturm aber lieber auf dem Bild als live. Mir wurde gesagt, dass der Sandsturm aber die letzen 2 Jahre nicht mehr so stark war.
Apropos Wetter. Ab und zu sehe ich mir die Wettervorhersage für Beijing an. Hier gibt es nicht nur „sonnig“, „bewölkt“ und „regnerisch“. Nein, je nach Tag gibt es auch „Rauch“. Diese Wetterbezeichnung habe ich auch noch nie gehört resp. gesehen. Leider beschreibt sie den Aussenzustand aber recht gut...

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