Jahrgang 1981 und jetzt 26 Jahre alt?
Endlich Wochenende! Am Freitagabend waren wir bei ein paar MBA-Studenten zur Wohnungseinweihungsparty eingeladen. Die waren aus den Dormitories ausgezogen und hatten sich eine Wohnung gesucht. Man muss dazu wissen, dass die Studentenzimmer recht teuer sind, knapp 500 CHF pro Monat. Das ist in China ordentlich Schotter. Man kann somit auch ausserhalb des Campus’ eine Wohnung suchen und dabei noch Geld sparen. Allerdings ist man da wirklich für alles verantwortlich. Die Gruppe der MBA-Studenten jedenfalls hat sich zu fünft ein Penthouse gesichert, im 18. Stock mit Balkon und Traumaussicht, ausserdem einiges näher zum Zentrum. Möbel mussten sie zwar alle kaufen, kam sie pro Person aber nur auf knapp 200 CHF zu stehen. Der Vermieter will die Wohnung nachher gleich möbiliert weitervermieten, er kauft sie ihnen also nach dem Aufenthalt ab. Guter Deal. Könnte man fast neidisch werden. Aber nur fast. Zur Uni müssen sie nämlich mit dem Taxi. In der Rushhour kann das gut eine Stunde dauern. Die meisten Studis in der Wohnung haben nur 2 oder 3 Mal pro Woche Vorlesung, dann ist das okay. Aber wir mit unseren 5 Mal pro Woche, lieber nicht.
An der Party waren ca. 60 Leute, offenbar auch recht lautstark. Nach ein paar Stunden rückte nämlich die Polizei an und warf uns raus. Auch nicht anders als in der Schweiz.
Wir sind dann einfach weiter ins Alpha und dann in die Nanjing Bar.
Nächster Tag. Xiu Mins Chinesischlehrerin nahm uns mit zum Pearls Market. Mit dem Bus. Keine so gute Idee. Vorallem nach ca. 6 Stunden Schlaf, mit dem davorigen Konsum von 3 Biers und einer Whiskey-Cola. Der Verkehr ist immens, das Gehupe und die Abgase nervend. Auf dem Markt schlussendlich habe ich mir eine Tasche gekauft. Irgendso ein Fake von Fendi. Es gibt ganze Kataloge mit Taschen, Gürtel und Geldbörsen von Designern, alles ist gefakt erhältlich. Louis Vuitton, D&G, Fendi, Chanel, etc.
Abends sind wir dann richtig schön Pekingente essen gegangen. Wir wurden in einen separaten Raum geführt und auf der Drehplatte gab’s dann kăo yāo, Pekingente, und andere Köstlichkeiten.. Schmeckt ausgezeichnet!
Irgendwie kamen wir auf das Thema Alter zu sprechen. Xiu Min hatte mir einmal gesagt, sie wäre 26 Jahre alt. Allerdings merkten wir an dem Abend, dass wir das gleiche Geburtsjahr haben, nämlich 1981. Wieso das? In Korea zählt man das Alter anders. Wenn man zur geboren wird, ist man schon 1 Jahr alt. Macht also schon 1 Jahr Unterschied zu unserem System. Ausserdem zählen sie, jedes Mal, wenn ein neues Jahr anfängt, bereits automatisch ein Jahr dazu. Xiu Min ist somit seit Januar 26, obwohl sie erst im September Geburtstag hat. 27 wird sie dann im Januar des nächsten Jahres.
Nun, da bevorzuge ich doch unser Zählsystem, oder?

1 Comments:
Hi Micha
Schön zu hören, dass es dir gut geht.
Ich bin ein regelmässiger Leser deines Bloggs, den ich super spannend finde.
Hier in der Schweiz geht alles seinen gewohnten Gang. Du verpasst also nicht wirklich viel, besonders in der Schule ;-)
Machs gut, ich freu mich schon auf deinen nächsten Beitrag.
Liebe Grüsse Mélanie
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