06 März 2006

"Entschuldigung, darf ich Sie kurz küssen?"

Nach 4 Stunden Chinesisch hatte ich heute noch mein Wahlfach „Chinese Pronounciation“. Kann mir sicher nicht schaden. Die Töne richtig hinzukriegen ist bei mir immer noch eine richtige Mundakrobatik. Ist aber im Chinesisch essentiell. Sonst wird’s nicht nur unverständlich sondern richtig peinlich. Z.B. kann aus „wen“ (fragen) mit der falschen Betonung „küssen“ werden. Na, viel Spass beim „Entschuldigung, darf ich sie kurz etwas fragen?“

Anderes Beispiel: "Shui jiao yi wan duo shao qian?" - "Wieviel kostet eine Schüssel Maultaschen?" kann bei falscher Aussprache enden als "Wie viel kostet eine Nacht mit Ihnen?"
Oft unterscheiden sich Wörter auch nur durch ein Summen oder ein Lüftchen über der Zahnreihe. Genug Gründe für mich, mich beim Pronounciation-Kurs anzumelden.

War aber nix für mich. Die Lehrerin hat ca. eine halbe Stunde auf Chinesisch erzählt (ich glaube, es ging um die verschiedenen Dialekte in China und wer nun wen versteht und welche Dialekte sich komplett unterscheiden), da habe ich nur ganz ganz wenig verstanden. Ziemlich entmutigend. Dann habe ich aber mitgekriegt, dass ich praktisch die einzige 1-er Level Studentin dort war, die andern waren – sowieso alles Koreaner – 3-er oder 4-er Levels, d.h. mit viel höheren Chinesischkenntnissen. Na gute Nacht. Es gab dann noch ein paar Übungen, wo wir verschiedene Laute überdeutlich ausprechen musst. War hilfreich, hat mich aber trotzdem nicht mehr überzeugt. You can drop the elective course and get back your money before 5 pm on Monday. Okay, dann mach ich das doch.

Am Abend habe ich mich mit einem Freund von einem Freund von einem Freund verabredet. Kannte nur seinen Namen und seine Telefonnummer. Ausserdem wusste ich, dass er für die Credit Suisse hier ein halbes Jahr in Beijing war. „Komm doch mit der U-Bahn zum Donghzhimen, ist das in Ordnung?“ „Ok“. Obwohl, Donghzhimen war war ganz im Osten, die Tsingua ganz im Westen und ich war noch nie mit der Beijinger U-Bahn gefahren…

Ich ging extra eine Stunde vor dem Treffen los. Das war auch gut so, denn ich brauchte genau 60 Min. bis ich dort war. Ging alles aber ganz einfach. Ich bin wirklich beeindruckt von der Beijinger U-Bahn. Es geht schnell, man findet sich gut zurecht und es ist sauber. Viel besser als in Paris, und viel besser als mit dem Bus unterwegs zu sein.

Wir sind dann zusammen essen gegangen und haben unsere „China-Erfahrungen“ ausgetauscht. Er wurde von einer Grossbank für ein halbes Jahr nach China geschickt. Zwischen seinem und meinem Leben sind Welten. Auf der einen Seite beneidenswert, wie luxuriös man es als Angestellter einer Schweizer Firma im Ausland hat, da wird einem der CH-Lohn bezahlt, man erhält ein teures Appartement in der Nähe des Büros, macht Ausflüge, etc. Auf der anderen Seite ist das Leben als Studi halt richtig abenteuerlich, man muss sich selber durchschlagen und lernt ganz andere Seiten Chinas kennen.
Wir haben uns auch über alles mögliche andere unterhalten. Z.B. weiss ich jetzt, dass ich die grosse Menge an DVDs, welche ich noch kaufen werde, auführen darf. Anscheinend ist ein gewisser „Eigenbedarf“ gestattet. Es darf einfach nicht den Anschein erwecken, man wolle die Ware weiterverkaufen, z.B. wenn man Filme in doppelter Ausführung dabei hat. Sehr gut, es gibt hier nämlich alle möglichen DVDs, auch von Filmen, welche noch nicht einmal in der Schweiz im Kino liefen. Da werde ich sicher zuschlagen. Der Preis? Knapp 1.50 CHF pro Stück


1 Comments:

Anonymous Anonym said...

ja chinesich ist immer so !Gefaellt es dir beim chinesich lernen? ich studire an der TUM jetzt , wohier kommst du ?wennn du lust hast .kann ich dir chinesich beibringen !sonst wirst du die vergessen!
xuezi
haoxuezi@hotmail.com

3:58 PM  

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