24 Juni 2006

Good mornig Vietnam

Um ca 1 Uhr morgens bin ich in Ho Chi Minh City resp. Saigon angekommen. Da war am Flughafen praktisch alles schon geschlossen. Hab dann aber draussen eines der wenigen Taxi genommen und bin Richtung Stadt gefahren. Ja, Abzocke wird hier gross geschrieben. Der Taxifahrer wollte anfangs 10 Dollar fuer die Fahrt, schlussendlich haben wir uns auf - immer noch zu hohe - 7 Dollar geeinigt. Ich hatte vorderhand in China RMB in Dollars umgetauscht, da diese neben der Landeswaehrung Dong sehr gelaeufig ist. Wie auch immer, hat mich der Taxifahrer zum Zentrum gefahren, ich wollte dort ins Backpacker Viertel. Er hat mir dann allerdings gesagt, dass um die Uhrzeit dort gar nicht mehr eingecheckt werden kann. Und er auf mehrere geschlossene Guestrooms gezeigt. Ich solle doch heute in einem Minihotel (was auch immer das ist) uebernachten fuer 20 Dollars und morgen im Backpacker Viertel was andres suchen. Habe ihm ein paar Mal gesagt, dass ich nich so viel fuer ein Hotel zahlen will. Schlussendlich hat er mich dann zu einem Hotel gebracht, wo ich 15 Dollars zahlen soll. Hab natuerlich zuerst das Zimmer angeschaut. Naja, also das war ziemlich heruntergekommen. Immerhin hatte es aber eine eigne Dusche mit warmem Wasser. Hinzu kommt, dass ich hundemuede war und gerne das WM-Spiel schauen wolte. Da hab ich halt das Zimmer genommen. "Te han min guk" ist die koreanische Variante von "Hopp Schwiz", hatte das beim letzten koreanischen Spiel von Freunden gelernt. Dieses Mal war ich aber klar nicht fuer dieses Team. Das Spiel war zwar spannend, bin aber in der Pause eingeschlafen. Am naechsten Tag hab ich dann recht schnell meine Unterkunft verlassen, nachdem sich ein paar Spinnen in meinem Necessaire eingenistet hatten. Hab in einem Hotel, welches einen anstaendigen Eindruck gemacht hat, nach einem ZImmer gefragt, die waren aber leider alle besetzt. Der Junge am Empfang hat dann aber gesagt, er koenne mich zu einem Hotel eines Freundes bringen. Okay, wieso nicht. Wir sind dann auf seinem Motorrad ein paar Hundert Meter weiter zu eben diesem Hotel gefahren. Der junge Vietnamese am Empfang war sehr nett und das Zimmer hat sehr sauber ausgesehen. Fuer 10 Dollar zwar immer noch etwas viel, aber ich wollte einfach auch mein Gepaeck loswerden und die Stadt erkunden.
Wenn Beijing die Stadt der Fahrraeder ist, ist Vietnam die Stadt der Motorraeder. Die sind einfach ueberall und kreuz und quer. Man traut sich kaum, die Strasse zu ueberqueren.Ich wurde dann auch im Sekundentakt angelabert mit "Moto bike, Miss you wanna moto bike?". Mit der Zeit etwas nervig aber immerhin waren die nicht so aufdringlich. Hab mir ein paar Buecher ueber Vietnam gekauft "Catfisch and Mandala" und "The quiet American", da mir das Land bislang noch sehr unbekannt ist. Ausserdem hab ich endlich ein suedostasisatisches Woerterbuch gefunden, mit wichtige Woerter in den ganzen Sprachen drin. So kann ich grad ein bisschen Vietnamesisch lernen.
Auf dem Weg zum Reunification Palace hab ich mich dann breitschlagen lassen und von einem Fahrer in einer Art Velo-Rikscha fahren lassen. Er hat mich zuerst zum Reunification Palace gefahren. Das sog. Zentrum und Ende des Vietnamkrieges. Ohne irgedwelche Guides und mit einem Film auf Vietamesisch bin ich alleine durch das riesengrosse Gebaeude spaziert.Dann sind wir ein einen chinesischen Tempel und auf dem Weg noch was essen gegangen. Saigon ist eine farbige, quirlige Stadt mit vielen laechelnden Menschen. Ausserdem ist es viel sauberer und stinkt weniger als Beijing. Das kannn aber auch an der Mosoon-Zeit liegen, wo es taeglich raegnet.Der letzte Stopp war das War Museum. Wahrlich nichts fuer zarte Gemueter. Hier wurden allerlei Fotos vom Vietnamkrieg ausgestellt: Soldaten, verletzte und tote Zivilisten, zerbombte Landschaften, Missbildungen wegen Agent Orange. Grauenhaft! Das hat mich alles tief getroffen. Wer einmal in dem Museum war, bekommt eine Ahnung davon wie schrecklich dieser Krieg und seine Spaetfolgen waren. Ich habe darueber zwar gelesen und Berichte gesehen, aber das ist nicht dazu im Vergleich mit einem Besuch im War Museum. Auf dem Platz stehen auch unzaehliche Panzer, Helikopter und Kriegsgeschosse, so dass man sich das wirklich alles vorstellen kann. Nach dem eindruecklichen Erlebnis sind wir dann wieder zurueck in das Viertel von meinem Hotel. Dann hatten wir noch ein ewiges Hin- und Her wegen des Fahrpreises. Schade, dass er mich uebers Ohr hauen wollte, die 4 Stunden unterwegs mit ihm waren eigentlich recht angenehm gewesen. Zu Beginn der Fahrt hatte er gesagt, er verlange 2 Dollar pro Stunde. Jetzt nach 4.5 h wollte er auf einmal 45 Dollar. Die 2 Dollar waeren nur fuer die Gegend um den Markt und nicht zum Museum, er haette zuhause ein krankes Kind, etc.,etc. Ahhh, nerv! Schlussendlich hab ich ihm nach ewigen Diskussionen 20 Dollar gegeben (ja ich weiss, viel zu viel und er hat mich an der Hauptstrasse abgeladen.Tja und nun zum naechsten Problem: Wo ist mein Hotel? Habe mit der Visitenkarte etwa eine halbe Stunde gesucht und niemand konnte mir weiterhelfen. Drum bin ich jetzt in ein Internetcafe. Nachher such ich weiter. Hab mir jetzt auch ein paar Prospekte fuer organisierte Tours zum Mekong Delta besorgt. Alleine unterwegs ist das naemlich ganz schoen muehsam.So und jetzt geh ich mein Hotel suchen...